Die „Halle des Ruhms“ war schon im früheren Schlager-Magazin unter dieser Adresse eine beliebte Rubrik. Wir führen den Gedanken mit neuen Texten fort: Hier stehen die Stars, ohne die man die Geschichte des deutschen Schlagers nicht erzählen kann. Die Reihenfolge folgt grob der Zeit, in der ihre Karrieren begannen.
Die Legenden der Anfangsjahre
Caterina Valente
Kaum jemand verkörpert den weltoffenen Schlager der 1950er-Jahre so wie Caterina Valente. Sie sang in vielen Sprachen, beherrschte Jazz ebenso wie leichte Unterhaltung und landete mit „Ganz Paris träumt von der Liebe“ (1954) einen der großen Hits der Nachkriegszeit. Ihr Stil zeigte, dass Schlager elegant und musikalisch anspruchsvoll sein kann.
Freddy Quinn
Freddy Quinn wurde mit Liedern über Seefahrt, Fernweh und Heimweh zum Star. „Heimweh“ (1956) traf den Nerv einer Zeit, in der viele Menschen fern ihrer Heimat lebten oder von der Ferne träumten. Er war zugleich Filmstar und stand für das Bild des einsamen Seemanns mit Gitarre, das bis heute mit ihm verbunden wird.
Peter Alexander
Der Österreicher Peter Alexander (1926 bis 2011) war Sänger, Schauspieler und Showmaster in einer Person. Seine großen Fernsehshows erreichten ein riesiges Publikum, Lieder wie „Die kleine Kneipe“ (1976) sind Klassiker. Er stand für eine charmante, familienfreundliche Unterhaltung, die Generationen verband.
Die Stars der Hitparaden-Ära
Udo Jürgens
Udo Jürgens (1934 bis 2014) war mehr als ein Schlagersänger: Er komponierte selbst, saß am Flügel und schrieb Lieder mit Tiefgang. 1966 gewann er für Österreich den Eurovision Song Contest mit „Merci, Chérie“. „Griechischer Wein“ und „Aber bitte mit Sahne“ gehören zu den bekanntesten deutschsprachigen Liedern überhaupt. Seine Konzerte beendete er traditionell im Bademantel, ein Markenzeichen, das Fans liebten.
Roy Black
Roy Black wurde in den 1960er-Jahren zum Idol. „Ganz in Weiß“ (1966) ist bis heute eines der bekanntesten Hochzeitslieder im deutschen Schlager. Seine sanfte Stimme und sein Auftreten machten ihn zu einem der beliebtesten Sänger der Hitparaden-Zeit, er war auch in zahlreichen Filmen zu sehen.
Heino
Tiefer Bariton, blondes Haar, dunkle Sonnenbrille: Heino ist eine der markantesten Figuren der deutschen Unterhaltungsmusik. „Blau blüht der Enzian“ (1972) machte ihn berühmt. 2013 überraschte er mit dem Album „Mit freundlichen Grüßen“, auf dem er Rock- und Popsongs in seinem Stil interpretierte, und erreichte damit ein ganz neues Publikum.
Howard Carpendale
Der in Südafrika geborene Howard Carpendale wurde in Deutschland zum Schlagerstar. „Ti amo“ (1977) und „Hello Again“ (1984) zählen zu seinen größten Erfolgen. Er steht für den gefühlvollen, international klingenden Schlager und hat über Jahrzehnte große Tourneen gespielt.
Roland Kaiser
Mit „Santa Maria“ (1980) begann für Roland Kaiser eine Karriere, die bis heute anhält. Sein warmer Bariton und seine erzählenden Liebeslieder machten ihn zu einem der beständigsten Stars. Seine Open-Air-Konzerte ziehen ein Publikum an, das vom jungen Partygänger bis zum langjährigen Fan reicht.
Nicole
1982 gewann Nicole mit „Ein bißchen Frieden“ als erste Künstlerin für Deutschland den Eurovision Song Contest. Das Bild der jungen Sängerin mit weißer Gitarre auf dem Barhocker ging um die Welt. Der Titel wurde in viele Sprachen übertragen und ist bis heute eng mit dem Wunsch nach Frieden verbunden.
Die Stars der Neuzeit
Wolfgang Petry
„Wahnsinn“ (1983) mit dem lautstarken „Hölle, Hölle, Hölle“ ist eine Partyhymne. In den 1990er-Jahren füllte Wolfgang Petry die großen Hallen, Freundschaftsbändchen und Holzfällerhemd wurden zu seinem Markenzeichen. Er zeigte, dass Schlager auch rau, laut und rockig sein kann.
Andrea Berg
Andrea Berg prägte den Schlager der 2000er-Jahre wie kaum jemand sonst. „Du hast mich tausendmal belogen“ (2001) wurde zum Klassiker, ihre Alben verkauften sich in großen Stückzahlen, und ihr „Best Of“ hielt sich außergewöhnlich lange in den Charts. Ihre Lieder erzählen von Liebe, Enttäuschung und Stärke und sprechen vor allem ein weibliches Publikum an.
Helene Fischer
Helene Fischer hat den Schlager in eine neue Dimension geführt. Mit „Atemlos durch die Nacht“ (2013) landete sie einen Titel, der weit über die Schlagerszene hinaus bekannt wurde. Ihre aufwendig inszenierten Tourneen mit Akrobatik und großer Band führten den Schlager in Arenen und Stadien. Sie gilt als prägende Figur des modernen Schlagerpop.
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Diese zwölf Namen sind nur ein Anfang. Viele weitere Sängerinnen, Sänger und Bands, von Drafi Deutscher über Marianne Rosenberg bis Beatrice Egli, stellen wir im Lexikon von A bis Z vor. Welche Lieder es wann an die Spitze geschafft haben, erklärt unser Beitrag über Hitparaden und Charts. Wie die Stars in ihre Zeit passen, zeigt die Geschichte des deutschen Schlagers.
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Fragen und Antworten
- Nach welchen Kriterien wird die Halle des Ruhms zusammengestellt?
- Entscheidend ist der langfristige Einfluss: Lieder, die Jahrzehnte später noch gespielt werden, ein prägender Stil, große Erfolge in Charts, im Fernsehen oder beim Eurovision Song Contest. Die Auswahl ist eine redaktionelle Einordnung und keine offizielle Auszeichnung.
- Warum fehlt mein Lieblingsstar?
- Die Halle des Ruhms zeigt bewusst eine überschaubare Auswahl. Viele weitere Stars stellen wir im Lexikon von A bis Z vor. Vorschläge nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.
- Ist die Halle des Ruhms eine Preisverleihung?
- Nein. Es gibt keine Verleihung, keine Abstimmung und keine Trophäe. Die Halle des Ruhms ist eine Rubrik des Magazins, in der wir prägende Karrieren würdigen.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Star News Fabrik.